Elterliche Sorge / Umgangsrecht

Elterliche Sorge

Während des Zusammenlebens haben Ehegatten für ihre gemeinsamen minderjährigen Kinder grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht.

Daran ändert eine Trennung zunächst nichts. Soweit nicht ein Elternteil eine gerichtliche Entscheidung beantragt, verbleibt es bei der gemeinsamen elterlichen Sorge. Von den Eltern wird dann trotz Trennung erwartet, dass bei Entscheidungen für das Kind beide zum Wohl des Kindes eine Einigung finden. Eltern sind verpflichtet, die Entwicklung ihres Kindes zu fördern und es zu einem eigenverantwortlichen Menschen zu erziehen.

Besteht hierüber Streit, der auch nicht durch eine Beratung beim Jugendamt geschlichtet werden kann, entscheidet das Gericht auf Antrag über den Aufenthalt, die Entziehung oder Übertragung der Sorge für das Kind. Hierzu müssen oftmals auch Gutachten eingeholt werden.

Die alleinige Sorge gibt es daher bei verheirateten Elternteilen nur im Ausnahmefall, wenn es das Kindeswohl erfordert. Bei nicht miteinander verheirateten Elternteilen besteht allerdings in der Regel die alleinige Sorge der Mutter. Soweit die Eltern keine Sorgeerklärung abgegeben haben, verbleibt es aber hierbei. Aufgrund einer Gesetzesänderung haben Väter nichtehelicher Kinder nun leichter die Möglichkeit, bei verweigerter Zustimmung der Mutter die gemeinsame Sorge bei Gericht zu beantragen.

Umgang

Der Elternteil, der das Kind nicht dauerhaft betreut, hat ein Umgangsrecht. Gesetzlich ist er sogar zum Umgang verpflichtet.

Da es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, die die Dauer des Umgangsrechts regeln, sollten die Eltern gemeinsam eine Regelung finden, die für das Kind am besten ist. Ist dies nicht möglich, berät hier auch das Jugendamt. Scheitert auch dann eine Umgangsregelung, bleibt nur der Gang vor das Familiengericht. Grundsätzlich wird das Gericht den Grundsatz berücksichtigen, dass das Kind sowohl Mutter als auch Vater braucht. Lediglich bei einer erheblichen Gefährdung des Kindes (z.B. sexueller Missbrauch) kann der Umgang zeitweise ausgesetzt werden.

In Betracht kommt auch ein sogenannter begleiteter Umgang. Die Umgangskontakte finden dann in einer Einrichtung statt, an denen auch eine dritte Person teilnimmt.

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Stefan Scheytt

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Mediator

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