Verkehrsstraftaten

Verkehrsstraftaten sind Verstöße gegen das Strafgesetzbuch oder andere strafrechtliche Vorschriften. Sie werden nicht mit Bußgeld, sondern mit Geldstrafen geahndet. 

In schwerwiegenden Fällen können auch Freiheitsstrafen verhängt werden. Hinzukommen oft ein Fahrverbot oder der Entzug der Fahrerlaubnis mit der Verhängung einer Sperrfrist für die Wiedererteilung. Vor Ablauf dieser Zeit darf dann keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. 

Zu den häufigsten Verkehrsstraftaten zählen

  • Trunkenheit im Straßenverkehr (erfüllt bei Gefährdung eines anderen zugleich den Tatbestand der Straßenverkehrsgefährdung)
  • Straßenverkehrsgefährdung, d.h. die grob verkehrswidrige und rücksichtslose Gefährdung oder Schädigung eines anderen durch Missachtung der Vorfahrt, falsches Überholen, zu schnelles Fahren an unübersichtlichen Stellen wie Kreuzungen, Einmündungen oder Bahnübergängen, Wenden auf Autobahnen oder Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung etc.
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
  • Nötigung
  • Fahrlässige Körperverletzung
  • Fahrlässige Tötung


Außerhalb des Strafgesetzbuches sind noch folgende Verstöße zu nennen:

  • Fahren mit nicht versichertem Fahrzeug
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis

Was tun bei fahrlässiger Körperverletzung?

Soweit der Staatsanwalt nicht von Amts wegen ermittelt, kann der Geschädigte einen entsprechenden Strafantrag stellen. In diesem Fall drohen dem Unfallverursacher nicht nur eine empfindliche Geldstrafe, sondern auch eine Punkteeintragung im Fahrereignungsregister. Deshalb ist es wichtig, dass sich der Verursacher des Unfalls schon frühzeitig mit dem Opfer in Verbindung setzt und ihm das Gefühl vermittelt, dass er auch ohne Durchführung eines Strafverfahrens seinen materiellen und immateriellen Schaden zügig ersetzt bekommt. Auch ein Besuch am Krankenbett kann sinnvoll sein. 

Berechnung der Geldstrafe

Die von dem Gericht verhängten Geldstrafen sind höher als die Bußgelder und werden auch auf eine andere Art und Weise berechnet. Im Urteil ist immer von der Anzahl der Tagessätze die Rede. Die Höhe des Tagessatzes ist vom Einkommen des Unfallverursachers abhängig. Ein Tagessatz entspricht grundsätzlich einem TagesNettoeinkommen. Deshalb gilt folgende Faustregel: Das NettoMonatsgehalt durch 30 geteilt ergibt die Höhe des Tagessatzes. Die Berücksichtigung von Schulden hängt vom Einzelfall ab. Unterhaltsverpflichtungen müssen in Abzug gebracht werden. 

Bei Trunkenheitsfahrten gibt es in der Regel 40 bis 50 Tagessätze, fahrlässige Körperverletzung schlägt mit ca. 15 bis 30 Tagessätzen zu Buche. In das polizeiliche Führungszeugnis werden nur Verurteilung von mehr als 90 Tagessätzen Geldstrafe oder mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe eingetragen. Wer unter diesen Grenzen bleibt, darf sich daher als nicht vorbestraft bezeichnen. 

Liegt ein Straftatbestand vor, kommt es entweder zur Anklage oder zur Einstellung des Verfahrens. Die Anklage kann zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung führen oder im Strafbefehlsverfahren erledigt werden. Der Beschuldigte kann gegen den Strafbefehl innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen. Dann kommt es zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung. Auch hier gilt es unbedingt den Rat eines auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalts einzuholen bzw. sich anwaltlich vertreten zu lassen.

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Lennart Klein, LL.M.

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht

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