Abfindung

Eine Abfindung ist eine Zahlung, die von einem Arbeitgeber an einen Arbeitnehmer für den Verlust des Arbeitsplatzes geleistet wird.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gibt es keinen „automatischen" Anspruch auf Zahlung einer Abfindung. Ein Arbeitgeber, der kündigt, ist grundsätzlich zur Zahlung einer Abfindung nicht verpflichtet, und zwar unabhängig davon, ob die Kündigung wirksam oder unwirksam ist. Das Gesetz sieht nur in wenigen Fällen einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung vor z. B. dann, wenn der Betriebsrat bei einer Betriebsänderung im Rahmen größerer Abbaumaßnahmen eine Sozialplanabfindung nach § 112 BetrVG aushandelt, ein rechtmäßiger Auflösungsantrag nach §§ 9, 10 KSchG gestellt wird oder der Arbeitgeber im Falle einer „betriebsbedingten Kündigung" freiwillig für den Fall, dass keine Kündigungsschutzklage erhoben wird nach § 1 a KSchG eine Abfindung bereits im Kündigungsschreiben anbietet. Dies ist aber auf sehr wenige Ausnahmefälle beschränkt.

Obwohl einem Arbeitnehmer folglich bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber eine Abfindung im Regelfall nicht automatisch zusteht, kann diese dennoch meist am besten durch einen erfahrenen Fachanwalt für Arbeitsrechtaußergerichtlich oder in einem Kündigungsschutzverfahren vor dem Arbeitsgericht erstritten werden.

Gerade in den Fällen, in denen sich der Arbeitnehmer eine Weiterbeschäftigung bei seinem bisherigen Arbeitgeber nach erfolgter Kündigung nicht mehr vorstellen kann (was statistisch in ca. 80 % der Fälle so ist), ist es daher sinnvoll, sich gegen die meist unberechtigte Kündigung durch Kündigungsschutzklage innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung vor dem Arbeitsgericht zu wehren.

Denn häufig werden bei Kündigungsschutzverfahren unter Beteiligung des Arbeitsgerichts Vergleiche dahingehend geschlossen, dass die Kündigung bestehen bleibt und der Arbeitnehmer für den Verlust seines Arbeitsplatzes eine Abfindung erhält. Dabei gilt die Faustregel, dass eine Abfindung umso höher ausfällt, je weniger Gesichtspunkte für die Wirksamkeit der Kündigung sprechen, je länger der Arbeitnehmer vor Ausspruch der Kündigung bereits beschäftigt war und auch je höher das Gehalt war.
Entscheidend ist aber vor allem auch das taktische Vorgehen. Hier kann bei geschickter anwaltlicher Vorgehensweise fast immer eine deutlich höhere Abfindung erzielt werden als vom Arbeitgeber anfänglich angeboten worden ist.

Simone Schröter

Rechtsanwältin
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

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Rainer Vetter

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Wirtschaftsmediator

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