Zum Anspruch auf Abgabe der eidesstattlichen Versicherung im Zusammenhang mit der Erstellung eines Nachlassverzeichnisses

am Dienstag, 02 Februar 2016. Veröffentlicht in Erbrecht

Bei Aufnahme eines notariellen Bestandsverzeichnisses ist der Notar nicht verpflichtet, im Rahmen der Auskunftsstufe einen Verkehrswert der Nachlassgegenstände selbst zu ermitteln. Er muss nur die wertbildenden Faktoren in sein Verzeichnis aufnehmen und dokumentieren, dass er eigenständige Ermittlungen vorgenommen hat. Wird "ins Blaue hinein" die Existenz weiterer Erblasserkonten vom Pflichtteilsberechtigten behauptet, genügt dies zu einem Anspruch auf Abgabe der eidesstattlichen Versicherung zur Richtigkeit und Vollständigkeit des Verzeichnisses nicht (LG Bonn, Urteil vom 29.10.2015, Az: 15 O 29/14 = BeckRS 2015, 18370).

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